Taurin ist eine schwefelhaltige organische Verbindung, die im menschlichen Körper natürlicherweise vorkommt. Anders als klassische Aminosäuren wird Taurin nicht zum Aufbau von Proteinen verwendet, ist jedoch in vielen Geweben in relevanten Mengen vorhanden. Besonders hohe Konzentrationen finden sich unter anderem in Muskeln, im Nervensystem und in bestimmten Organen.
Der menschliche Körper kann Taurin selbst bilden, ist jedoch zusätzlich auf eine regelmäßige Zufuhr über die Ernährung angewiesen. Natürliche Taurinquellen sind vor allem tierische Lebensmittel wie Fisch und Fleisch. In pflanzlichen Lebensmitteln ist Taurin hingegen kaum enthalten.
Im öffentlichen Bewusstsein ist Taurin vor allem durch Energy-Drinks bekannt geworden. Diese Assoziation führt häufig zu Missverständnissen über die eigentliche Rolle von Taurin. In Energy-Drinks ist Taurin zwar enthalten, steht dort jedoch nicht isoliert, sondern in Kombination mit hohen Mengen an Koffein, Zucker oder Süßstoffen.
Energy-Drinks sind daher keine gezielte Taurinquelle. Die enthaltenen Taurinmengen sind vergleichsweise gering und werden von stimulierenden Begleitstoffen überlagert. Zudem erfolgt die Zufuhr in einem Kontext, der primär auf kurzfristige Wachheit und Stimulation abzielt, nicht auf eine kontrollierte und planbare Taurinzufuhr.
Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist es sinnvoll, Taurin unabhängig von stimulierenden Substanzen zu betrachten. Eine gezielte Taurinzufuhr sollte klar dosiert, frei von Koffein und ohne zusätzliche Reizstoffe erfolgen. Dadurch lässt sich Taurin als eigenständiger Nährstoff einordnen, statt als Bestandteil eines stimulierenden Getränkekonzepts.