Eine CDL 0,3 % 2-Komponenten-Lösung ist ein System, mit dem eine Chlordioxidlösung erst
dann hergestellt wird, wenn sie benötigt wird. Dafür werden zwei getrennte Bestandteile
kombiniert. Eine Flüssigkeit als Komponente K1 und ein Pulver als Komponente K2. Erst durch
das Zusammenführen beider Komponenten entsteht nach einer definierten Reaktionszeit eine
Chlordioxidlösung in der Zielkonzentration von 0,3 Prozent.
Der zentrale Unterschied zur Fertiglösung liegt im Zeitpunkt der Herstellung. Bei einer
Fertiglösung ist das Chlordioxid bereits in Wasser gelöst und sofort einsatzbereit. Das ist
bequem, aber chemisch begrenzt stabil, weil Chlordioxid flüchtig ist und über die Zeit
ausgasen kann. Ein 2-Komponenten-System umgeht dieses Stabilitätsproblem, indem das
Chlordioxid nicht fertig gelöst gelagert wird, sondern erst kurz vor der Verwendung durch
Aktivierung entsteht.
Praktisch bedeutet das. Im inaktiven Zustand sind K1 und K2 getrennt gelagert und dadurch
deutlich länger haltbar. Das Set eignet sich damit vor allem für Situationen, in denen man
eine Lösung auf Vorrat lagern oder transportieren möchte, ohne dass die Wirksubstanz bereits
während der Lagerzeit langsam verloren geht. Erst nach dem Aktivierungsprozess beginnt die
deutlich kürzere Nutzungsphase der hergestellten Lösung.
Die Aktivierung selbst folgt einem festen Ablauf. Komponente K2 wird in die Flasche mit
Komponente K1 gegeben, anschließend wird die Flasche verschlossen und geschüttelt. Danach
folgt eine definierte Reaktionszeit von mindestens 90 Minuten. Erst nach dieser Zeit liegt die
aktivierte Lösung vor. Für alle Schritte gilt. Etikett, Gebrauchsanweisung und die
vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen sind verbindlich, insbesondere weil Komponente K2 als
Gefahrstoff gekennzeichnet ist.
Wichtig ist außerdem die klare Trennung der Kennzeichnung. Komponente K1 ist nach Etikett
nicht kennzeichnungspflichtig nach CLP. Komponente K2 ist als Gefahrstoff eingestuft und trägt
eigene Gefahren- und Sicherheitshinweise. Die aktivierte Lösung wiederum hat eine eigene
Einstufung und Kennzeichnung. Für Anwender bedeutet das: es gibt nicht nur ein Etikett,
sondern mehrere Zustände, und jeder Zustand hat seine eigenen Regeln für Handhabung, Schutz
und Lagerung.