Die Lugolsche Lösung ist eine wässrige Lösung aus elementarem Iod und Kaliumiodid. Sie wurde im Jahr 1829 vom französischen Arzt und Chemiker Jean Lugol beschrieben und zählt zu den klassischen Iodrezepturen der pharmazeutischen Geschichte.
Chemisch betrachtet ermöglicht die Kombination aus molekularem Iod und Kaliumiodid eine stabile Lösung von Iod in Wasser. Das Kaliumiodid dient dabei als Lösungsvermittler, wodurch sich das ansonsten schwer wasserlösliche Iod gleichmäßig im Wasser verteilen lässt.
Die Rezeptur nach Lugol wurde historisch für unterschiedliche technische, analytische und wissenschaftliche Zwecke eingesetzt. Sie fand Eingang in Laboratorien, Apotheken und Lehrbücher und ist bis heute als definierte Lösung bekannt.
Die Bezeichnung „Ph. Eur.“ verweist auf das Europäische Arzneibuch. Eine Ph. Eur.-konforme Qualität bedeutet, dass die eingesetzten Rohstoffe klar definierten Reinheits- und Qualitätsanforderungen entsprechen, ohne damit eine Zweckbestimmung festzulegen.
Lugolsche Lösung ist keine einzelne Substanz, sondern eine exakt zusammengesetzte Lösung mit klarer Konzentrationsangabe. Ihre Identität ergibt sich aus der Kombination der Bestandteile, der Konzentration und der Art der Herstellung.
Im heutigen Kontext wird die Lugolsche Lösung vor allem als historisch bedeutsame und chemisch klar definierte Iodlösung betrachtet. Aussagen zur Einnahme, Anwendung oder Wirkung sind damit nicht verbunden und werden hier ausdrücklich nicht getroffen.